Das Zwerchfell

Das Zwerchfell ist ein Muskel, der die Bauchhöhle von der Brusthöhle trennt und ist auch unter dem Begriff Diaphragma bekannt. Das Zwerchfell ist maßgeblich an der Atmung beteiligt und der wichtigste Muskel für die Atmung. Es verfügt über eine Dicke von drei bis fünf Millimeter und durch die Muskelkontraktion wird eingeatmet. Das Zwerchfell ist in verschiedene Teile gegliedert, von denen die einzelnen Teile von Tier zu Tier in ihrer Größe variieren. Grundsätzlich besitzt jedes Säugetier ein Zwerchfell, jedoch in anderen Größenausmaßen. Neben den Säugern besitzt lediglich das Krokodil ein Zwerchfellähnliches Gebilde.

Natürlich kann das Zwerchfell im Laufe des Lebens eines Menschen viele Erkrankungen bekommen, die in ihrem Ausmaß und ihrer Bedrohung sehr unterschiedlich sind. Einfache Störungen des Atemmuskels ist der Schluckauf, der durch eine unwillkürliche Kontraktion des Muskels hervorgerufen wird.

Ist Seitenstechen gefährlich?

Auch das Seitenstechen, das bei einer falschen Atmung während des Sports auftritt, ist auf das Zwerchfell zurück zu führen und ist ein Zeichen für eine Sauerstoffunterversorgung. Diese kurzweiligen Störungen sind nicht gefährlich, können jedoch bei einem langanhaltenden Auftreten eine Gefahr darstellen und sogar lebensbedrohlich werden.

Was tun bei einer Zwerchfellentzündung?

Eine Zwerchfellentzündung ist eine verhältnismäßig seltene Erkrankung des Muskels. Diese hat meist ein lokales Ausmaß und geht oftmals auch mit einem Hochstand des Fells einher. Die Ursachen können hier unterschiedlicher Natur sein. Zum einen sind Infektionen ein Auslöser, wie die der Trichinen, die die Muskeln reizen und schließlich zur Entzündung führen.

Wenn die Psyche auf das Fell schlägt

Aber auch psychosomatische Erkrankungen sind ganz klar Auslöser für eine Beeinträchtigung des Fells, da die Nervenbahnen empfindlich sind und durch Störungen das Zwerchfell reizen und auch entzünden. Auch, wenn eine solche Entzündung eher selten ist, ist es umso wichtiger, die genaue Krankheitsursache ausfindig zu machen, um eine gezielte Therapie anwenden zu können, denn eine Entzündung in diesem Bereich kann massive Atembeschwerden auslösen, die bei Nichtbehandlung sogar zu einer akuten Atemnot führen können.

Der Zwerchfellbruch

Eine viel häufiger auftretende Erkrankung ist hingegen der Zwerchfellbruch. Dieser Bruch ist nicht mit einer Knochenfraktur gleichzusetzen und entsteht meist an der Öffnung zur Speiseröhre. Ist das Gewebe in diesem Bereich geschwächt, so kann es passieren, dass sich der Magen durch das Fell hindurch in den Brustraum stülpt. Viele Menschen haben einen solchen Bruch, ohne, dass sie davon etwa durch Symptome oder Schmerzen erfahren, denn kleinere Brüche machen so gut wie nie Beschwerden und werden oftmals nur durch eine Untersuchung anderer Beschwerden entdeckt.

Größere Brüche verursachen Sodbrennen. In nur seltenen Fällen können Zwerchfellbrüche größere Komplikationen hervorrufen, wie beispielsweise ein Verdrehen des Magenteils, der in den Brustraum gestülpt wurde. Dadurch können Blutgefäße und Nerven verklemmt werden oder gar die Speiseröhre blockiert. Dies sind allerdings nur seltene Beschwerden. Als Therapie werden oftmals Medikamente verwendet, jedoch müssen große Brüche chirurgisch korrigiert werden.

Diagnose Zwerchfellhochstand

Das Zwerchfell ist unter anderem für Seitenstechen verantwortlich

Das Zwerchfell ist unter anderem für Seitenstechen verantwortlich

Klinisch ist der Zwerchfellhochstand als kranial gerichtete Vorwölbung des Zwerchfells in Richtung des Thorax definiert und stellt hierbei den Gegensatz zum Zwerchfelltiefstand dar, der eine kaudale Wölbung sowie Verdrängung durch eine Überblähung der Lunge, durch zum Beispiel eine Fremdkörperaspiration, in abdominaler Richtung bezeichnet.

Die Positionsveränderungen des Zwerchfells können einseitig oder auch beidseitig bestehen. Es besteht unter anderem die Gefahr der diagnostischen Verwechslung mit einer Zwerchfellhernie, also eines Durchlasses im Zwerchfell, gefolgt von der Verlagerung abdominaler Organe in den Thorax, oder einem subpulmonalen Erguss.

Eine sichere Diagnose erfolgt durch das Röntgen des Thorax, wobei im Falle des Zwerchfellhochstandes die Abgrenzung dessen auf dem knöchernen Thorax als Projektion und pulmonale Verschattung sichtbar erscheint, wohingegen bei der konventionellen Thorax-Aufnahme das nicht pathologisch gewölbte Zwerchfell unsichtbar bleibt. Weiter kann die Zwerchfellposition durch CT und MRT abgeklärt werden.

Entstehung und mögliche Ursachen

Mögliche Ursachen des einseitigen Zwerchfellhochstands können unter anderem Fehlbildungen der Lunge (Lungenhypoplasie), Skoliose, Zwerchfelllähmung, Phrenikusparese, Abszesse (möglich postoperativ), Leberprozesse wie Tumoren, Metastasen oder Zysten an der Leber, Fett- oder Stauungsleber, Splenomegalie oder Hepatomegalie, Vergrößerung der Milz aber auch eine Pleuritis, Pneumonie oder ein Infarkt sein.

Eine Schwangerschaft, größere intraabdominale Tumoren, Aszites oder Meteorismus können dagegen ursächlich für einen beidseitigen Zwerchfellhochstand sein, daher ist vor dem Röntgen unbedingt zunächst eine Schwangerschaft auszuschließen.

Symptomatik und mögliche Folgen

Im Falle einer bestehenden Schwangerschaft stellt der Zwerchfellhochstand keine pathologische, sondern eine durch die Ausdehnung der Gebärmutter bedingte Position des Zwerchfells dar. Die Einschränkung der Zwerchfellatmung führt jedoch gerade nach der Nahrungsaufnahme, gerade bei eventuell größeren Mengen an Nahrung, bei Blähungen im Oberbauch oder bei starker, körperlicher Belastung zu einer spürbaren Beeinträchtigung und Problemen bei der Atmung für den Betroffenen.

Diese Symptome sind zumeist ursächlich für den Verdacht auf Hochstand des Zwerchfells, bei dessen Diagnose es sich nichtsdestotrotz in den meisten Fällen einen Zufallsbefund handelt.

Behandlung, Verminderung von Symptomen und Prognose

Die Behandlungsmöglichkeiten und die Wahl der Therapie hängen von der Art der Erkrankung und der Ursache des Zwerchfellhochstands ab, die zunächst, eventuell operativ, zu behandeln ist.

Bei einer kurzzeitigen Positionsveränderung des Zwerchfells durch Blähungen im Abdomen oder bei einer Schwangerschaft ist keine Behandlung vorgesehen. Zur Verminderung der Atemprobleme werden therapeutische Atemübungen zum Ausgleich der eingeschränkten Zwerchfellatmung, Diät und Einteilung der Nahrungsaufnahme in Form von der Beschränkung auf kleine Portionen sowie eventuelle Gewichtsreduktion bei Adipositas angeraten.

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